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Ein Wochenende für Frauenthemen

Die grüne LAG Frauen anlässlich des Tags gegen Gewalt an Frauen

Diskussion zu 100 Jahren Frauenwahlrecht mit Angelika Schorer, Ilona Deckwerth, Doris Wagner

Am 30. November 1918 trat mit dem Reichswahlgesetz das gleiche, geheime, direkte und allgemeine Wahlrecht für alle mindestens 20 Jahre alten Männer und Frauen in Kraft. Anlässlich dieses 100-jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts diskutierte ich mit den Allgäuer Abgeordneten Angelika Schorer (CSU) und Ilona Deckwerth (SPD). Doris Wagner, grüne MdB a.D., moderierte das spannende Gespräch über weibliche Sichtweisen und Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit.

Wurde das Ziel des Frauenwahlrechts erreicht? Als vor knapp 100 Jahren erstmals Frauen in Deutschland wählen konnten, zogen 37 Frauen in den Reichstag der Weimarer Republik ein. Von insgesamt 310 Abgeordneten waren somit 9,7 % weiblich. Dieser Wert wurde erst ein halbes Jahrhundert später, nämlich in den 1970er Jahren, wieder erreicht. Heute liegt Deutschland mit Hinblick auf Geschlechtsrepräsentanz weltweit auf Platz 46.

Wir waren uns bei unserer Diskussion einig, dass der stetige Rückgang von Frauen in den Parlamenten nicht hinnehmbar ist. Parteiübergreifende Netzwerkarbeit, Frauenförderung, Quoten und weibliche Vorbilder sind notwendig, um Frauen für die politische Arbeit zu gewinnen und um Frauen zu motivieren ihr Wahlrecht auszuüben. Fehlen Frauen in den Parlamenten und gehen Frauen nicht zur Wahl, dann fallen Frauenthemen unter den Tisch! Das kann aber nicht im Sinne von gleichberechtigter Teilhabe sein. Es gibt also noch viel zu tun!

Übrigens gab es noch nie gab es so viele Frauen im Europäischen Parlament wie in dieser 8. Legislaturperiode und anders als im Bundestag und im Bayerischen Landtag, wo es Rückgänge beim Frauenanteil nach den letzten Wahlen gab, nahm der Anteil der Frauen im Europäischen Parlament kontinuierlich zu.

Am Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November traf ich mich mit der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Frauen in meinem Regionalbüro in Kaufbeuren. Gemeinsam mit Doris Wagner sprach ich unter anderem über die Notwendigkeit Frauen an Friedensverhandlungen zu beteiligen. Wir diskutierten auch über die Gewalt an Frauen im häuslichen Bereich, die in Deutschland immer noch erschreckend hoch ist.

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