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Newsletter März 2017

Themen

60 Jahre Römische Verträge – Getrübtes Jubiläum
Diskussionen zur Zukunft der EU in Mittelfranken
Bundesrat: Maghreb-Staaten sind keine sicheren Herkunftsländer
EuGH-Beschluss zur Vergabe humanitärer Visa
Fragwürdige Ablehnung von Asylanträgen
EU-Grenzschutz: Katastrophale Lage für Flüchtlinge in Sudan und Libyen
Philippinen: Duterte-Kritikerin Leila De Lima muss freigelassen werden
Neue Broschüre: Menschenhandel – Globale Netzwerke, nationale Reformen, europäische Mitverantwortung
Noch eine neue Broschüre: "Countering Antigypsyism in Europe"
Gute Nachrichten zum Internationalen Strafgerichtshof
Workshop im Menschenrechtsausschuss zu bewaffneten Drohnen
34. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats
Verleihung der Bayerischen Verfassungsmedaille
Riedberger Horn: Staatsregierung ignoriert die Protestwelle eisern
Besuch aus Bayern
Neu im Team
Kalender
Presseecho

60 Jahre Römische Verträge – Getrübtes Jubiläum

In dieser Woche hat die britische Regierung in Brüssel die „Scheidungsurkunde“ eingereicht: Erstmals erklärte ein Mitgliedstaat seinen Austritt aus der der Europäischen Union. Erst am Wochenende zuvor war die Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren gefeiert worden, sozusagen die „Geburtsurkunde“ der Europäischen Union. Diese beiden Ereignisse so nah beieinander machen deutlich, dass wir uns der Errungenschaften der EU mehr als je zuvor bewusst sein sollten, und vor welch großen Herausforderungen wir zugleich stehen. Die Opernsängerin, Menschenrechtsaktivistin und UNHCR-Sonderbotschafterin Barbara Hendricks hielt in einer Feierstunde des Europäischen Parlaments eine mitreißende Rede über Bürger- und Menschenrechte, Freiheit, Frieden und deren Verteidigung. Die Herausforderungen für die EU seien noch nie so groß gewesen wie heute, aber wir hätten nicht das Recht zu scheitern. „Failure is simply unacceptable!“

„Wie weiter mit Europa?“ ist entsprechend das Thema vieler Diskussionen, zu denen ich in diesen Wochen eingeladen bin.

Diskussionen zur Zukunft der EU in Mittelfranken

copyright Christian SauterAuf Einladung des Bezirksverbands von Bündnis 90/Die Grünen Mittelfranken bereiste ich im März die Region und diskutierte mit Bürger*innen über die Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Europäischen Union. Den Auftakt bildete eine lebhafte Diskussion in Schwabach, wo es um die gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung der Union und die demokratische Teilhabe am Europäischen Projekt ging. Wir sprachen auch über die Notwendigkeit, bereits in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit über die EU zu informieren und diese kritisch zu diskutieren.

Auf dem Frühjahrsempfang des grünen Kreisverbands Fürth referierten der grüne Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz und ich zum Thema Gerechtigkeit. Uwe beleuchtete in seiner Rede die aktuellen, globalen Herausforderungen, auch im Hinblick auf die Entwicklungspolitik, sowie den beschämenden Hungertod im Südsudan und in Somalia. Ich ging auf Gerechtigkeitsfragen innerhalb der Europäischen Union ein und stellte die grüne Programmatik für ein starkes, sozial gerechtes und inklusives Europa vor. Ein Europa, zu dem wir mit Leidenschaft stehen, das wir aber auch mit viel Elan und Veränderungswillen verbessern wollen. Die europapolitische Debatte stieß bei den über 100 Gästen auf großes Interesse.

In Erlangen war ich zu Gast beim europapolitischen Frühstück von Bündnis90/Die Grünen Erlangen im Lesecafé „Anständig Essen“. Auch hier entspann sich eine rege Diskussion zu europapolitischen Themen. Besonders interessierten uns die Fragen zu einer gemeinsamen Verteidigungspolitik, den Folgen des Brexit und dem aggressiven Rechtspopulismus. Mit unserem grünen Positionspapier "Ja zu Europa - Mut zur Veränderung" haben wir GRÜNE für alle diese Themenfelder einen vorausschauenden, politischen Ansatz, der zum Mitmachen einlädt.

Bundesrat: Maghreb-Staaten sind keine sicheren Herkunftsländer

Die Bundesregierung wollte sich am 10. März vom Bundesrat die Zustimmung zu einem höchst umstrittenen Gesetzesvorhaben der CSU geben lassen: dem Gesetz zur Einstufung von Marokko, Algerien und Tunesien als sichere Herkunftsstaaten. Im Bundestag war das Gesetz im Mai 2016 beschlossen worden. Im Bundesrat, wo die Mehrheitsverhältnisse anders sind, sollte das Gesetz ursprünglich schon im letzten Jahr abgestimmt werden. Weil keine Mehrheit in Sicht war, wurde die Abstimmung verschoben. Nun meinte die Bundesregierung, den Kritiker*innen mit einer Protokollnotiz entgegenkommen zu können, in der zugesichert wird, dass verfolgte Gruppen wie Homosexuelle, Journalisten oder religiöse Minderheiten aus den Maghrebstaaten im Asylverfahren grundsätzlich nach bisheriger Gesetzeslage behandelt werden. Aber was soll an Ländern sicher sein, wenn Journalist*innen und Minderheiten nicht sicher sind? Das CSU-Gesetz fiel durch. Bis auf Baden-Württemberg haben alle Bundesländer, in denen Grüne oder Linke an der Regierung beteiligt sind, nicht für das Gesetz gestimmt.

Damit ist der Versuch der Bundesregierung, Länder wie Algerien und Marokko, in denen die Meinungsfreiheit eingeschränkt ist und vielfache Menschenrechtsverletzungen dokumentiert sind, als sicher einzustufen, so gut wie endgültig vom Tisch. Regierung oder Bundestag können zwar noch den Vermittlungsausschuss anrufen. Das wird aber nichts daran ändern.

Auf meiner Webseite habe ich ausführlicher erläutert, was „sicheres Herkunftsland“ eigentlich bedeutet.

EuGH-Beschluss zur Vergabe humanitärer Visa

Im Februar hatte ich mich über die Stellungnahme des Generalanwalt Paolo Mengozzi gefreut, der feststellte: Die Ausstellung humanitärer Visa ist nicht nur eine Option, sondern in manchen Fällen sogar die Pflicht europäischer Mitgliedstaaten. Leider ist der Europäische Gerichtshof ihm nicht gefolgt und sieht eine solche Verpflichtung nicht. Es gilt weiter der Status Quo.

Die Mitgliedstaaten sollten viel häufiger als bislang von der Möglichkeit humanitärer Visa Gebrauch machen. Nötig sind außerdem höhere Resettlement-Kontingente, die Erleichterung des Familiennachzugs - und endlich auch schlüssige Konzepte für Arbeitsmigration und Einwanderung.

Fragwürdige Ablehnung von Asylanträgen

Bei meinen Besuchen in Bayern höre ich viele Beschwerden über die Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Wenn ein Asylgesuch zu Unrecht abgelehnt wird, ist es sehr wichtig, auf die Widerspruchsfristen zu achten und sich schnell an eine unabhängige Bratungsstelle zu wenden oder eine auf Asylrecht spezialisierte Anwaltskanzlei aufzusuchen. Asylrecht ist sehr kompliziert, deshalb ist es wichtig, eine kompetente Rechtsvertretung zu finden. Die Flüchtlingsräte und die Beratungsstellen z.B. der Wohlfahrtsverbände können mit Hinweisen weiterhelfen.

Es gibt außerdem Merkblätter und Informationen – viele mehrsprachig - im Internet, die vor der Anhörung beachtet werden sollten. Einige findet man hier: http://gruenlink.de/1c1n

Mängel bei der Asylanhörung und der Entscheidungsfindung waren in der letzten Zeit häufig Thema, weil offensichtlich nur noch das Tempo beim Abarbeiten der liegen gebliebenen Anträge zählt. Im Dezember haben zahlreiche Organisationen ein Memorandum für faire Asylverfahren herausgegeben, in dem typische Mängel aufgeführt sind: http://gruenlink.de/1c1p

Interessant ist auch die jüngste Studie der Universität Konstanz über die unterschiedliche Entscheidungspraxis in den Bundesländern. http://gruenlink.de/1c1o

EU-Grenzschutz: Katastrophale Lage für Flüchtlinge in Sudan und Libyen

Über meine Reise nach Khartum habe ich im letzten Newsletter schon einiges berichtet. Jetzt ist mein ausführlicher Reisebericht auf meiner Webseite zu lesen.

Über die Situation in Libyen berichtete auch Perla Trevizo, der für den Tagesspiegel auf Sizilien war. Statt nur über Flüchtlinge zu schreiben, hat er mit vielen von ihnen geredet. Ihre Geschichten ähneln sich, berichtete er mir später im Interview - insbesondere mit Blick auf Libyen. "Schicksalsroute Libyen-Sizilien" ist eine beeindruckende Reportage über Einzelschicksale, schwerste Menschenrechtsverletzungen und die Bedeutung des Rechts auf Asyl. Lesenswert: http://www.tagesspiegel.de/politik/fluechtlinge-schicksalsroute-libyen-sizilien/19471554.html

Philippinen: Duterte-Kritikerin Leila De Lima muss freigelassen werden

Das Europäische Parlament hat in einer Dringlichkeitsresolution die sofortige Freilassung der philippinischen Senatorin Leila de Lima gefordert. Die prominenteste Kritikerin von Präsident Dutertes Antidrogenkrieg wurde am 24. Februar 2017 festgenommen. Der Vorwurf: Drogenhandel. Im Fall der Verurteilung droht ihr eine lebenslange Haftstrafe. Solange sie noch in Haft ist, müssen Sicherheitsmaßnahmen dafür sorgen, dass sie nicht, wie vor ihr schon andere kritische Politiker, zu Tode kommt.

Die Vorwürfe gegen Senatorin De Lima beruhen offenbar auf den Aussagen von inhaftierten Drogenhändlern, denen danach bessere Haftbedingungen eingeräumt wurden. Die Inhaftierung De Limas steht in allzu offensichtlichem Zusammenhang mit ihren Ermittlungen zu Dutertes Verwicklung in über tausend außergerichtliche Hinrichtungen durch einen Todesschwadron in seiner Zeit als Bürgermeister von Davao. Amnesty International betrachtet De Lima als politische Gefangene.

Das Europäische Parlament hat erneut den skrupellosen Drogenkrieg von Präsident Duterte verurteilt. An dem gewaltsamen Vorgehen gegen tatsächliche oder vermeintliche Dealer und Drogenabhängige sind auf Anweisung von Duterte nun auch die Streitkräfte beteiligt. Über 7000 Menschen sind seit Juni 2016 im Antidrogenkrieg getötet worden. Die Verantwortlichen dafür bleiben meist unbehelligt.

Neue Broschüre: Menschenhandel – Globale Netzwerke, nationale Reformen, europäische Mitverantwortung

Menschenhandel ist vieles. Ein schwerwiegendes Verbrechen. Eine äußerst lukrative Menschenrechtsverletzung. Bedauerliches Ergebnis global agierender Netzwerke. Vor allem aber ist er in seinen Strukturen äußerst komplex, für seine Opfer verheerend – und seine Bekämpfung ein wahrer Kraftakt, den wir spürbar ausbauen müssen. Es ist schon einiges geschehen in den letzten Jahren im internationalen Einsatz gegen den Menschenhandel. Doch wie so häufig mangelt es vor allem an der Umsetzung beschlossener Maßnahmen. Insbesondere der Schutz und die Rechte der Betroffenen müssen – auch in Deutschland - gestärkt werden.

In einer neuen Broschüre versuche ich, einen möglichst vielseitigen Blick auf die unterschiedlichen Ausbeutungsformen, aber auch auf verwandte Themen wie Geldwäsche oder den Unterschied zwischen Menschenhandel und Menschenschmuggel zu eröffnen. Dazu schreiben renommierte Journalisten, Expertinnen und Nichtregierungsorganisationen, und ein Vertreter von Europol und die EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels beantworten Fragen im Interview.

Die Broschüre kann bei mir bestellt oder auf der Webseite abgerufen werden.

Noch eine neue Broschüre: "Countering Antigypsyism in Europe"

roma-podiumAnlässlich der Romawoche stellte die Roma-Arbeitsgruppe der grünen Fraktion im Europäischen Parlament am 28. März unsere neue Broschüre "Countering Antigypsyism in Europe" vor. Antiziganismus ist Rassismus und dafür verantwortlich, dass Sinti und Roma europaweit systematisch ausgegrenzt und in die Armut gedrängt werden. Daher ist eine der Zielsetzungen der diesjährigen Romawoche, Antiziganismus als spezielle Form des Rassismus anzuerkennen.

Die Broschüre kann bei mir oder bei unserer Fraktion bestellt werden und wird bald auch auf Deutsch verfügbar sein.

Über die Situation von Sinti und Roma in Bayern werde ich auf Einladung der Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags Ulrike Gote am 7. April in München diskutieren.

Gute Nachrichten zum Internationalen Strafgerichtshof

Südafrika bleibt! Die Regierung von Südafrika hatte im letzten Jahr die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichts für beendet erklärt. Weil dies aber ohne die vorherige Zustimmung des Parlaments geschah und die größte Oppositionspartei dagegen klagte, entschied im Februar der Oberste Gerichtshof in Pretoria, dass das Vorgehen der Regierung verfassungswidrig sei. Statt, wie befürchtet, nachträglich noch die parlamentarische Zustimmung einzuholen, hat die südafrikanische Regierung nun die Austrittserklärung offiziell zurückgezogen.

Auch der neue Präsident von Gambia Adama Barrow hat angekündigt, die Austrittserklärung seines Vorgängers rückgängig zu machen. Damit bleibt vorerst nur Burundi auf der Liste derer, die dem IStGH den Rücken kehren.

Eine weitere gute Nachricht ist es, dass der IStGH am 24. März erstmals den Opfern von Kriegsverbrechen individuelle und gemeinschaftliche Entschädigungen zugesprochen hat. Auch die nur „symbolische“ Summe von jeweils 250 Dollar ist für die 297 Überlebenden eine wichtige Anerkennung. Die vielfach höhere kollektive Entschädigung soll für den Wiederaufbau von Häusern, psychologische Betreuung und Bildungsprojekte eingesetzt werden. Verantwortlich für das grausame Massaker in der DR Kongo 2003 war Germain Katanga, der 2014 wegen Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde.

Der Internationale Strafgerichtshof und weitere Fragen der internationalen Strafjustiz sind Schwerpunkte meiner Arbeit bei den „Parlamentarians for Global Action“ (PGA). Dies ist ein Zusammenschluss von etwa 1400 Parlamentariern aus 143 Ländern, in deren Vorstand ich gewählt bin. Der Jahresbericht 2016 der PGA ist kürzlich erschienen. Er kann hier gelesen werden: http://www.pgaction.org/pdf/2016-Annual-Report.pdf

Workshop im Menschenrechtsausschuss zu bewaffneten Drohnen

Die EU-Mitgliedstaaten sind beim stetig ansteigenden Einsatz bewaffneter Drohnen wenig transparent. Eine gemeinsame Position zu den drängenden politischen, rechtlichen und moralischen Fragen haben sie bisher auch nicht. Wir Grünen bringen das Thema seit drei Jahren immer wieder auf die Tagesordnung des Parlaments – zuletzt am 22. März im Menschenrechtsausschuss anlässlich einer neuen Studie, die demnächst veröffentlicht wird. Die Vertreterin des Europäischen Auswärtigen Dienstes äußerte sich hierzu im Ausschuss, höflich formuliert, zurückhaltend. Wir müssen also weiter auf eine klare Position zu bestehenden rechtlichen Normen, Rechtsverbindlichkeit und Transparenz drängen. Wie will die EU sonst glaubwürdig andere Staaten oder nichtstaatliche Akteure wie den IS für deren Drohneneinsätze kritisieren?

34. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates

unhchrFür zwei Tage war ich mit einer Delegation des EP-Menschenrechtsausschusses in Genf zur Sitzung des UN-Menschenrechtsrats. Themen bei den Gesprächen u.a. mit UN-Vertreter*innen, der Internationalen Organisation für Migration und von NGOs waren die Rechte von Geflüchteten und Migrant*innen, Zwangsarbeit und die Menschenrechtssituation in Ländern wie Myanmar, Syrien, Sri Lanka und Sudan.

Besonders interessant war unser Gespräch mit dem UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Ra'ad Al Hussein, über die besonderen Herausforderungen der Menschenrechtsbewegung, gerade in diesem Jahr 2017. Es ist unklar, ob die neue US-Regierung die Menschenrechtsarbeit der Vereinten Nationen unterstützen will, ob und wie intensiv sie im Menschenrechtsrat mitarbeiten will. Eine Nichtbeachtung der UN-Menschenrechtsarbeit wäre für viele autoritäre Staaten der Freibrief, sich unliebsamen Debatten zu entziehen.

Auf dem Foto bin ich mit den Europaabgeordneten Petras Austrevicius (ALDE), Amjad Bashir (ECR), dem Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses Antonio Panzeri (S&D), dem UN-Hochkommissar Zeid und der Europaabgeordneten Soraya Post (S&D) zu sehen.

Verleihung der Bayerischen Verfassungsmedaille

copyright Bayerischer LandtagFür mein Engagement für Menschenrechte und gegen Ausgrenzung wurde mir von der Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber verliehen. Die Bayerische Verfassungsmedaille, die den Rang eines Ordens hat, wird vom Bayerischen Landtag an Personen verliehen, die sich um die bayerische Verfassung verdient gemacht haben. Darüber habe ich mich sehr gefreut und habe mit meiner Familie und natürlich mit der grünen Landtagsfraktion gefeiert.

Riedberger Horn: Staatsregierung ignoriert die Protestwelle eisern

In der bayerischen Verfassung hat der Schutz der Umwelt einen besonderen Stellenwert. Deshalb kämpfen wir GRÜNE auch gegen die Änderung des bayerischen Alpenplans.

Am 22. März endete die Einspruchsfrist gegen dieses Vorhaben der Staatsregierung. Über 4.000 Einwendungen waren bis dahin beim Heimatministerium eingegangen. Um den Bau eines Skilifts am Riedberger Horn zu ermöglichen, plant die bayerische Staatsregierung, 45 Jahre Natur- und Umweltschutz im Alpenraum über Bord zu werfen und dadurch den Weg für die Planierraupen frei zu geben. Die hohen Standards im bayerischen Alpenschutz sind massiv in Gefahr. Noch nie formierte sich in Bayern ein so flächendeckender und zahlenmäßig hoher Widerstand gegen ein Projekt im Alpenraum.

Auch die Geduld bayerischer Städtebauer, Landesplaner, Architekten und Heimatpfleger sowie der Akademie Ländlicher Raum ist am Ende. Sie gaben ihre Zurückhaltung auf und positionierten sich in der Allianz „Hände weg vom Alpenplan“ klar und deutlich gegen das umstrittene Projekt. Das alles scheint Heimatminister Markus Söder und die bayerische Staatsregierung nicht zu kümmern. Noch vor der parlamentarischen Sommerpause soll im Landtag über die Änderung des Alpenplans abgestimmt werden.

Wir GRÜNE werden weiterhin Widerstand leisten und gegen die Zerstörung unserer Alpen kämpfen. Es kann nicht sein, dass der Umwelt- und Naturschutz über Bord geworfen wird, sobald sich ein kommerzielles Interesse auftut. Die Staatsregierung und die CSU müssen auch endlich die Zeichen der Zeit erkennen und für einen nachhaltigen und ganzjährigen Tourismusansatz eintreten.

Besuch aus Bayern

Besuch aus BayernFür drei Tage reiste die grüne Wurmshamer Bürgermeisterin Maria Neudecker mit ihren Gemeinderät*innen sowie Gästen aus Mindelheim, Türkheim, München und weiteren bayrischen Gemeinden nach Brüssel. Sie informierten sich über Themen rund um Europa und über Schnittstellen zwischen der EU und der Kommunalebene. Schön, dass Ihr da wart!

 

Neu im Team

Nach Wolf-Dieter Vogel, der für die nächsten Jahre in Mexiko arbeiten wird, hat auch Raphael Kreusch eine neue berufliche Herausforderung bekommen und unterstützt nun das Team von Claudia Roth. Beiden danke ich noch einmal ganz herzlich für ihre langjährige und hervorragende Mitarbeit!

Team Barbara LochbihlerNeue Kolleginnen in meinem Berliner Büro sind seit Anfang März Beate Selders und Silke Voß-Kyeck. Beate ist studierte Soziologin und Journalistin. Sie hat in den letzten Jahren viel zu den Themen Flucht und Migration veröffentlicht und in verschiedenen Organisationen gearbeitet, u.a. im Flüchtlingsrat Brandenburg und dem Informationsverbund Asyl und Migration. Sie ist zuständig für diese Themen und für Pressearbeit. Silke ist promovierte Politikwissenschaftlerin. Sie hat im Bundestag gearbeitet, in der EU-Forschungsförderung, und war zuletzt viele Jahre bei Amnesty International Deutschland für die Koordination der Lobbyarbeit verantwortlich. Im Berliner Büro ist sie für Menschenrechtsthemen und gemeinsam mit Beate für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

 

Kalender

1. April, 11 bis 18 Uhr: 2. Kleiner Parteitag der bayerischen Grünen in Nürnberg. Mehr Infos: https://gruene-bayern.de/termin/kleiner-parteitag-2

6. April, 20 Uhr: Europäische Werte - Rhetorik und Wirklichkeit, Literaturhaus, Salvatorplatz 1, München. Diskussion mit der Journalistin, Filmemacherin und Autorin Düzen Tekkal sowie dem Philosophieprofessor Michael Reder über Europäische Werte. Mehr Infos unter: http://www.muenchen.de/veranstaltungen/event/30995.html

7. April, 18:00 Uhr: Veranstaltung zum Thema „Sinti und Roma – zuhause in Bayern und Europa“, Bayerischer Landtag, Maximilianeum, Max-Planck-Straße 1, München

23. April, 10:00 Uhr: Frühjahrsempfang des KV Augsburg-Land zum Thema „Wie weiter mit Europa“, Stadthalle, Hauptstraße 28, 86356 Neusäß

5. Mai, 14:30-16:30 Uhr: Europatag München, Marienplatz München

7. Mai, 13:00-18:00 Uhr: Europatag Augsburg, Rathausplatz Augsburg

8. Mai, 19:30 Uhr: Wie weiter mit Europa?, “my sky lounge" im Allgäu Tower, Beethovenstr. 3-5, 87435 Kempten. Diskussion mit den Landtagsabgeordneten Thomas Gehring und Ulli Leiner sowie der Stadträtin Erna-Kathrein Groll. Die Allgäuer Musiker von "Mazel ghet" („Glück gehabt“) werden die Veranstaltung musikalisch umrahmen.

Presseecho

So verteidigt man Europa. Schwabacher Tagblatt Online vom 16. März: http://www.gruene-schwabach.de/neuigkeiten-presse/expand/646078/nc/1/dn/1/

Europäischer Gerichtshof: Kopftuchverbot ist zulässig. Augsburg TV vom 14. März: http://www.augsburg.tv/mediathek/video/europaeischer-gerichtshof-kopftuchverbot-ist-zulaessig/

EuGH-Kopftuch-Urteil: "Potenzielle Einschränkung der Religionsfreiheit". Deutschlandfunk vom 14. März: http://www.deutschlandfunk.de/eugh-kopftuch-urteil-potenzielle-einschraenkung-der.694.de.html?dram:article_id=381282

EuGH: Keine humanitären Visa in EU-Botschaften. heute.de vom 7. März: www.heute.de/europaeischer-gerichtshof-urteilt-gegen-humanitaere-visa-in-eu-auslandsbotschaften-46705902.html ; http://www.heute.de/europaeischer-gerichtshof-verhandelt-humanitaere-visa-die-einen-legalen-und-sicheren-weg-nach-europa-gewaehrleisten-koennten-46698524.html

Schicksalsroute Libyen – Sizilien. Reportage von Perla Trevizo im Tagesspiegel vom 3. März: http://www.tagesspiegel.de/politik/fluechtlinge-schicksalsroute-libyen-sizilien/19471554.html

 

 

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