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Holocaust an Roma – Gedenken im Europäischen Parlament

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Das Europäische Parlament gedachte aus diesem Anlass des Völkermordes an den Sinti und Roma mit einer Gedenkveranstaltung und Ausstellungseröffnung.

Die beiden EP-Vizepräsidentinnen Mairead McGuinness und Lívia Járóka betonten die wichtige Rolle des Europäischen Parlaments bei der Pflege der Erinnerungskultur. Járóka, die selbst der Minderheit der Roma angehört, beklagte, dass viele Menschen bis heute nicht von der Vernichtung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten wissen. Deshalb sei es wichtig, dass das Europäische Parlament den 2. August zum Gedenktag für den Holocaust an den Sinti und Roma erklärt habe.

Die schwedische Abgeordnete Soraya Post, ebenfalls Romnija, bedankte sich in einer emotionalen Rede bei den Überlebenden für deren Stärke und unermüdlichen Einsatz für Gerechtigkeit und Aufklärung nachfolgender Generationen. Viele Überlebende hätten ihren Schmerz mit ins Grab nehmen müssen, ohne dass ihr Leid zu Lebzeiten anerkannt wurde. Vergangene Fehler bei der Anerkennung von Opfern dürften nicht wiederholt werden.

Soraya Post entschuldigte sich auch bei der jungen Generation. Das „Scheitern von uns Älteren“ sei dafür verantwortlich, dass die Welt in den letzten 73 Jahren weiterhin Völkermorde und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesehen hat. Heute marschieren Neonazis wieder auf Europas Straßen und ziehen in Europas Parlamente ein. Soraya wünschte sich eine Zukunft, in der wir uns nicht mehr entschuldigen müssen - eine Zukunft, auf die wir stolz sein können. Daher sei es unsere Pflicht, niemals stumm zu bleiben und Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus sowie andere Formen der Intoleranz zu bekämpfen.

Die gesamte Gedenkveranstaltung kann hier angeschaut werden.

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